Autor: philip

Die Jugend geht endlich mal wieder auf die Straße! Es Ist das Zeitalter von Pokémon Go angebrochen. Natürlich hat das Phänomen auch vor uns keinen Halt gemacht und so entbrennt in der ersten halben Stunde im Proberaum eine wilde Schlacht um die proberaumeigene Arena. Hier zeichnen sich schon die Prioritäten für die nächsten Tage ab. Erst als das Duell eindeutig entschieden ist, werden Gedanken ans Einpacken und Beladen verschwendet.

 

Macht aber gar nichts, weil Philip sowieso wieder viel zu spät kommt und wir noch eine halbe Stunde Leerlauf haben. Dann geht es ohne Zwischenstopp los gen Goldenstedt. Finn fährt und alle haben Angst, Finn inklusive. Auf dem Festivalgelände angekommen, stellen wir als erstes fest, dass es eine Arena auf dem Campingplatz gibt – wunderbar! Danach steht die eine große Ziegenfütterung auf der Tagesordnung. Zu essen gibt es heute Gras. Die Ziegen freuen sich wie Bolle und drehen total am Rad. Eigentlich komisch, wenn man bedenkt, dass sie den ganzen Tag auf einer Wiese stehen. Danach fahren wir, ohne von irgendwem angehalten zu werden, direkt bis hinter die Bühne und parken. Secus scheinen auf diesem ehrenwerten Festival nicht besonders groß geschrieben zu werden. Als nächstes machen wir uns auf die Suche nach einem Verantwortlichen, damit wir mit Bändern und Getränkemarken (wichtig!) versorgt werden.

 

Im Anschluss wird direkt der Merch-Stand bestückt und das restliche Equipment ausgeladen – wir sind ja schon bald dran. Bis dahin werden noch ein paar Getränkemarken ausprobiert. Sie scheinen gut zu funktionieren. Dann gehts direkt auf die Bühne! Der Auftritt verläuft ohne große Unfälle unsererseits, wir müssen nicht einmal Pausen einlegen, um wilde Pokemon zu fangen. Das Publikum bekommt von uns eine glatte 1 fürs Mitmachen! Das ist schön! Als wir durch sind, wird sogar eine Zugabe verlangt, die uns der Stagemanager auch genehmigt. Leider hat der FOH-Mann inzwischen wieder die Pausenmusik an und das Bühnenlicht, sowie die Instrumente ausgemacht und sich einem Bier gewidmet. Wir können ihn also leider nicht mehr auf uns aufmerksam machen. Schadepopade, dann eben keine Zugabe.

 

Während des Abbaus erfahren wir, dass während unseres Auftrittes in der Türkei geputscht wurde – harter Tobak – Wir punschen lieber weiter. Am Merch-Stand dürfen wir diverse Dinge, wie CDs, Warnwestenkutten und sogar Brüste signieren. Irgendjemand möchte ein Foto mit uns schießen und ist dann plötzlich weg, während Per-Ole noch dessen Handy hat. Es wird nicht lange gefackelt und es wird alles fotografiert, was nicht niet- und nagelfest ist. Motive, die sich nun auf dem Handy befinden KÖNNTEN: Finns Arsch, des Nachbarmerchers Lümmel, andere Dinge… Als die letzte Band durch ist, stellen wir fest, dass wir unser Zelt noch gar nicht aufgebaut haben – das wird natürlich höchste Zeit. Mit Handylampen bewaffnet klappt das sogar erstaunlich gut. Nachdem wir also diese Hürde genommen haben, gehen wir zurück zum letzten Bierwagen, der noch offen hat und stellen dort begeistert fest, dass sich unsere restlichen Getränkemarken leider in der Merchkasse befinden, die schon seit einigen Stunden unterwegs zum Proberaum ist. Schadepopade schon wieder.

 

Gut, dass die Leute dort mit uns sehr viel Mitleid haben und uns auf diverse Schnäpse einladen. Finn muss fast kotzen. Als der Bierwagen schließt, verschlägt es uns in Begleitung des Merch-Pfeffis auf den Campingplatz. Allerdings nicht, ohne auf dem Weg nochmal kurz Sightseeing beim Backstagezelt von Ignite zu machen. Dort angekommen, wird natürlich als allererstes die Arena erobert, bevor sich um so niedere Gelüste wie Schnaps gesorgt wird. Aber auch hier müssen wir nicht lange warten und wir werden wieder von allen Seiten durchgefüttert. Finn muss mehrfach fast kotzen. Unterwegs verlieren wir uns alle und telefonieren uns irgendwann am „Licht-Marterpfahl“ wieder zusammen, dann geht es in die Kajüten. Wir haben unser Zelt auf dem Crew-Campingplatz aufgestellt. Das hat den Vorteil, dass wir nicht um 7 Uhr morgens davon geweckt werden, wie irgendjemand gegen unser Zelt pisst, sondern wir bis 11 schlafen können – Weltklasse! Wir bauen unser Zelt flott ab und machen uns auf den Weg Richtung Bremen.

 

Unterwegs lassen wir den Abend rekapitulieren: Finn hat vermutlich den Weltrekord im Fastkotzen gebrochen, während Hendrik einfach nur gebrochen hat. Wir wollen in Bremen schon mal ein bisschen Plakate für unser Konzert am 12.8. im Mono kleben, deshalb treffen wir uns dort mit einem vertrauenswürdigen Ortskundigen – das denken wir zumindest. Erstmal gehen wir aber frühstücken. Es gibt Riesenportionen Gyros und Burger Beilagen und riesiger Vorspeise. Weil Finn nicht gekotzt hat, schafft er mit Mühe und Not 1/3 seines Burgers. Alle anderen essen auf, können sich dafür aber nicht mehr bewegen. Irgendwann schaffen wir es doch, aufzustehen und uns an die Arbeit zu machen. Als uns unser Stadtführer allerdings nicht mal genau sagen kann, wo die Bremer Stadtmusikanten sind, schwindet unser anfängliches Vertrauen etwas. Egal, wir plakatieren, was das Zeug hält und werden unterwegs nur einmal als „Scheiß Asizecken“ beschimpft. Beim Mono bekommen wir noch ein Fußpils für den weiteren Weg. Das tut gut. Als die Arbeit getan ist, führt uns der Weg zurück zum Festivalgelände, wo noch den sanften Klängen von Massendefekt, Talco und Ignite gelauscht wird. Danach geht es im Mondschein nach Hause.

Foto: Jessica Wollstein Fotografie

Endlich Festival! Unsere Festivalsaison startet dieses Jahr mit dem Fonsstock, einem kleinen aber feinen Festival bei Bremerhaven. Wir haben tierisch Bock und reisen deshalb schon am Freitag an, obwohl wir erst am Samstag spielen sollen – Das nenne ich mal Einsatz. Eigentlich wollen wir uns nur die Auftritte der Rogers und The Prosecution angucken, also doch nur purer Eigennutz… Aber egal: Am frühen Freitagabend besteigen wir gut versorgt mit Schnaps, Zelt und dem üblichen Gerödel unsere Kutsche und reiten los. Doch schon der erste Zwischenstopp deutet eine ganze Reihe von Schwierigkeiten an, die sich das ganze Wochenende über offenbaren sollten. Es geht mal wieder um die Essenfrage. Weil wir eine grunddemokratische Band sind essen entscheiden sich Bennet und Finn unter lautem Protest der übergangenen Musiker im Namen der Band für Subway. Das Essen ist köstlich und die drei anderen sitzen beleidigt rum, hungern und nörgeln. Selber Schuld. Die wilde Fahrt geht weiter und schon nach einigen weiteren Pinkelpausen sind wir am Ziel. Auf dem Festival angekommen, verbringen wir die ersten 10 Minuten damit, den netten Secus am Eingang zu verklickern, dass wir eine Band sind und deshalb leider keine Tickets dabei haben. Nachdem wir auch diese Hürde mit Bravour gemeistert haben, werden wir herzlichst begrüßt und erst einmal auf dem Gelände herumgeführt.

 

Der erste Mensch, den wir auf dem Campingplatz sehen, hat ein überlebensgroßes Penis-Kostüm an – wir fühlen uns direkt wohl. Der erste Mensch, den wir wiederum hinter der Bühne sehen ist Klaus*, einer unserer Lieblingstechniker von Protones. Wir fühlen uns direkt noch viel wohler.

 

Als wir mit allen Flucht- und Rettungswegen vertraut sind, machen wir uns daran, unser Zelt aufzubauen. Oder auch: Finn und Simon bauen auf, Hendrik macht Praktikanten-Aufgaben, Bennet filmt das Ganze und Philip steht daneben und schlürft an seinem Trinkrucksack, der mit zornigem Zeug gefüllt ist. Aus der Ferne schallen schon die sanften Klänge von The Prosecution zu uns herüber, wir beeilen uns ein bisschen und schauen uns dann das muntere Treiben auf und vor der Bühne an. Es gibt super Dosenbier zu übelsten Dumpingpreisen und irgendwann sind wir mächtig duhn und feiern die Rogers, die inzwischen die Bühne abreißen. Wir spielen am Samstag um 14:15, noch vor dem lokalen Shantychor, uns ist also klar, dass kein Mensch bei uns vor der Bühne stehen wird, wenn wir nicht ordentlich die Werbetrommel drehen. Also drehen wir die Werbetrommel – und zwar vom Feinsten. Jeder Mensch, der nicht bei 3 auf den Bäumen ist oder uns vermöbeln will bekommt von uns Sticker verpasst und wird vollgelabert. Bei sowas haben wir inzwischen jegliches Schamgefühl abgelegt. Unser Promoplan ist aber natürlich noch viel ausgefeilter. Als auf dem Festivalgelände langsam Schluss ist, werden die Maßnahmen auf den Campingplatz verlegt. In unserem Zelt wartet schon der „magische Koffer“ (der ein oder andere kennt ihn vielleicht) auf uns. In ihm finden sich diverse total absurde oder einfach nur bekloppte Instrumente. Von Nasenflöte über die Melodica bis zum Kazoo ist alles dabei. Bewaffnet mit den Schrottinstrumenten spielen wir ein kleines Unplugged Konzert und geben dabei Hits aus 180 Jahren Musikgeschichte zum Besten. Unsere Zeltnachbarn haben wir auf jeden Fall schon überzeugt. Nach ungefähr 15 Minuten Geplärre bekommen wir weitere Konzertbesucher: Unsere Lieblingssecurity. Wir werden gebeten etwas leiser zu sein. Wir sind natürlich keine Unmenschen und beugen uns dem Willen der Stiernacken. Zum Abschluss wollen wir noch ein wirklich (!) leises Gute-Nacht-Lied spielen. Das finden die beiden Herren gar nicht gut und uns wird mit Rauswurf gedroht. Das können wir natürlich nicht riskieren – schließlich kommen wir ohne unsere Gage gar nicht wieder nach Hause.
Die kurzzeitige innere Leere wird kurzerhand mit Schnaps aufgefüllt und somit die Moral wiederhergestellt, denn es wird Zeit für den nächsten, großartigen Promomove: Die Wildplakartierung. Wir hängen gefühlte 100 Plakate überall auf Gelände und Campingplatz auf. Sie versprechen alle unterschiedliche Dinge: zb. „14:15 Stripshow“, „14:15 Freibier“ oder „14:15 Katy Perry“. Nachdem wir wirklich alle Dixiklos tapeziert haben und die Sonne sich schon wieder zu Wort meldet, gehen wir glücklich ins Bett und freuen uns auf den Auftritt.

 

2 Stunden später werden wir von einem anhaltenden Dröhnen geweckt. Die Diximenschen dachten, dass es eine gute Idee ist, die Dixis auf einem Festivalcampingplatz um 7:30 abzupumpen. Danke dafür. Naja jetzt sind wir wach und gehen duschen und frühstücken. Auch nach dem Essen geht es uns allen nur so mittelgut, daran sollte sich bis kurz vor unserem Auftritt auch nicht mehr viel ändern. Wir freuen uns schon auf die baldige Heimreise. Während wir Soundcheck machen sind sogar schon ein paar Leute auf dem Platz. Unter anderem auch unsere Nachbarn, die sich ein bisschen wundern, dass wir wirklich eine Band sind. Das „Infield“ (wie die coolen People sagen) füllt sich kontinuierlich, sodass wir tatsächlich vor einem gut gefüllten Publikum anfangen können zu spielen. Während wir spielen werden es sogar noch mehr. Wir haben einen sehr spaßigen Auftritt und reden wie immer zu viel zwischendurch. Außerdem streicheln wir den Fonsstock-Stein – Welch eine Ehre. Wie gesagt, der Auftritt ist super und wir haben danach schon wieder total Bierdurst. Simon und Finn werden zum Merch-Stand abkommandiert, während der Rest der Band abbaut und einläd. Die Beiden können noch nicht ahnen, dass sie hier die nächsten 8 Stunden verbringen werden.

 

Es wird spontan entschlossen, doch noch nicht abzufahren und lieber noch eine Nacht im Zelt zu verbringen, weil wir auf dem Festival so viel Spaß haben und eh schon wieder keiner fahren darf. Am Merch-Stand spielen sich einige bizarre Szenen ab, die in ihrer Komplexität leider den Rahmen dieses sowieso schon viel zu langen Tourberichtes sprengen würden. Auf jeden Fall wird Simon und Finn nicht langweilig und die Shirts und CDs gehen weg wie warme Semmeln. Im Laufe des Tages wird uns außerdem des Öfteren von einer ominösen Aftershowparty im Keller der Jugendherberge berichtet. Als der Merchvorrat langsam auf ein Minimum zusammengeschrumpft ist, beschließen wir, dass es an der Zeit ist, einzupacken und den Busters auf der Bühne zu frönen und ein bisschen zu feiern.

 

Nachdem der offizielle Teil des Festivals beendet ist, treffen sich ca. 50 Leute vor der Jugendherberge und freuen sich auf die Aftershowparty, allerdings weiß niemand, wer die Party überhaupt veranstaltet oder wo der Schlüssel vom Keller ist. So passiert innerhalb der nächsten Stunde erstmal nichts und aus den 50 Leuten werden ungefähr 20 bevor doch irgendjemand die heiligen Hallen öffnet. Der Keller ist ungefähr so, wie man sich den Keller einer Jugendherberge vorstellt, dafür stehen zwei fette Boxen dort herum. Schade, dass diese abgrundtief furchtbar klingen. Die Party nimmt ihren Lauf, sämtliche Rauchverbote werden ignoriert und ehe man sich’s versieht sitzen nur noch ein Buster, ein Feldwegler, Klaus*, und ein anderer Mensch am Tisch. Der Rest ist weg. Die Hirne der verbliebenen ebenfalls. Klaus* schläft sowieso schon seit 2 Stunden auf seinem Stuhl bis Finn sich dazu erbarmt, ihn in sein Jugendherbergszimmer zu tragen/schleppen. Unterwegs wird noch eine Pause auf dem Klo gemacht, wo Klaus* knallhart wieder einpennt. Erschöpft und vom Sonnenlicht geblendet fällt nun auch der letzte Feldwegler ins Zelt, wo er zwei Stunden später rabiat dadurch geweckt wird, dass das Zelt um ihn rum abgerissen wird. Auf der Rückfahrt schrammen wir noch knapp am Tod vorbei, weil Simon uns vor Lachen fast gegen einen Baum setzt. Kommt vor.

*Name von der Redaktion geändert

 

Wir schreiben Freitag, den 20. Mai. Es ist ein schöner, lauer Freitagnachmittag und wir spielen endlich mal wieder in unserem mittlerweile zweiten (oder dritten?) Wohnzimmer Hannover! Mittlerweile haben wir uns schon daran gewöhnt, dass zum Einladen immer nur die halbe Band auftaucht, während der Rest sich mit fadenscheinigen Ausreden (Arbeit, Omas Geburtstag…) vor dem notwendigen Übel drückt.

 

Zum Glück hat Per-Ole, der seit geraumer Zeit seinen Lebensabend in der Landeshauptstadt verbringt, schon unter der Woche sperriges Gerümpel nach Hannover transportiert. Der Rest wird heute mal in einen Planenanhänger verfrachtet, den Philip sich irgendwo geliehen hat. Der kleine Anhänger wird von einem riesigen Auto gezogen, das Philip sich irgendwo geliehen hat. Hinter dem riesigen Zugfahrzeug wirkt der Anhänger irgendwie winzig.
Bennet hockt noch bei der Arbeit rum.
Daher wird der Anhängerkonvoi mit einigen Musikern und Instrumenten beladen und nach Hannover geschickt, während Hendrik noch auf ihn wartet und ihn dann zuhause einsammelt. Könnte man sich dran gewöhnen, sagt er.
Es folgt eine Fahrt über die schier endlose Autobahn. Nach zwei Minuten überholen Bennet und Hendrik (natürlich mit standesgemäßem Mittelfinger aus dem Fenster) ein schleichendes Anhängergespann samt einiger Bandmitglieder, welches über den Asphalt zu kriechen scheint.

 

Bennet ist unzufrieden. Die fahrzeugeigene Minibar von Hendrik muss mit Essen und Trinken aufgefüllt werden, sodass ein Stopp auf dem nächsten Rastplatz eingelegt wird. Anschließend wird das Gespann von Fahrer Philip erneut überholt und man beschließt, nicht länger auf den Panzer Rücksicht zu nehmen. Wir wollen schließlich heute noch spielen.

 

In Hannover angekommen müssen wir leider Gottes feststellen, dass die komplette Straße vor dem Rocker eine riesige Baustelle ist, außerdem verbreitet ein offenes Kanalloch in der Nachbarschaft einen süßlich-cremigen Duft nach Fäkalien. Ziemlich schlecht, wenn man dort parken und ausladen möchte. Also auf zur Parkplatzsuche. Als das Gespann dann auch endlich in Hannover angekommen ist und Finn seinen Privatzug ebenfalls zum Ort des Geschehens dirigiert hat, stellen wir fest, dass die Größe des Anhängers durchaus mit Bedacht gewählt ist. Er passt perfekt zwischen die Baustelle und eine dubiose Hochzeitsgesellschaft, die direkt neben der stinkenden Baustelle ein rauschendes Fest zu feiern scheint.

 

Nach einem kurzen Soundcheck beschließt man wie immer, noch etwas für den Magen zu tun.
Also macht sich (auch wie immer) die halbe Band auf die Suche nach etwas Nahrhaftem. Am Steintor scheint man sich jedoch relativ einseitig zu ernähren, denn das einzige, was den hungrigen Mäulern ins Auge fällt, sind Döner, auf die niemand Appetit hat. Nach einer Weile entdeckt die Truppe ein, ich nenne es mal „Schaufenster“, in dem riesige Fleischspieße hängen. Der Tenor ist ziemlich schnell klar, hier lassen wir uns nieder.
Bei der Bestellung wird schnell klar, jeder möchte Dürüm. Da hätte man ja auch in einen Dönerladen gehen können.

 

Auf dem Rückweg zum Rocker spielt sich eine sehr merkwürdige Szene ab. Auf dem Gehweg springt uns ein wildgewordener Einheimischer vor die Nase und brüllt ohrenbetäubend herum. Schnell ist klar, es geht um Leben und Tod. Genaue Nachforschungen unsererseits ergeben, dass das Opfer seiner Darbietung sein Friseur ist, der seinen Job offensichtlich nicht nach den Wünschen des Kunden verübt hat.

 

Zurück am Rocker werden die ersten Hände geschüttelt, denn man kennt sich hier ja. Und nun? Auftritt! The stage is ours! Diesmal dürfen wir alleine spielen. Wir spielen den wohl heißesten Auftritt des Jahres. Über die ortsansässigen Fernseher werden wir bildlich dargestellt, was uns sehr freut. Nachdem unsere Fratzen einige Zeit das TV-Programm ausgefüllt haben, hat der Inhaber offensichtlich genug von unseren Visagen und zeigt nun dicke Männer beim Boxen. Herrlich!
Mittlerweile ist der Laden bis vor die Tür gefüllt. Vielleicht liegt es daran, dass es regnet. Nach dem Auftritt wollen wir zügig abbauen, was nicht oft vorkommt. Da unser Backstageraum aber mittlerweile zur Cocktailbar umfunktioniert ist und betrunkene Hannoveraner über unsere Sachen trampeln, gestaltet sich das Ganze schwieriger als gedacht. Am Ende ist aber alles eingeladen und wir können uns wieder auf in Richtung Heimat machen, denn Samstag wird schließlich wieder gearbeitet oder wahlweise ausgekatert. Wie sich das gehört.
Hannover, es war uns wieder mal eine Ehre, in dir spielen zu dürfen.
Bis zum nächsten Mal,
dein Feldweg.

 

Es ist Samstag. Der Morgen beginnt, wie sollte es anders sein, mit einem ausgedehnten Kater. Schließlich haben wir ja am Tag zuvor in Lüneburg unser Unwesen getrieben. Simon, Hendrik, Per-Ole und Finn treffen sich irgendwann mittags, um die Scherben der letzten Nacht zusammenzupuzzeln und zu beratschlagen, wie man denn diesen Tag bloß überleben soll.

 

Heute ist die Fahrsituation eine andere als normalerweise. Bennet und Philip fahren mit dem Auto und nehmen den ganzen Krempel mit, während der faule Rest direkt mit dem Zug aus Hamburg in 1,42 Stunden nach Berlin düst. Wir (Reisegruppe Deutsche Bahn) fahren also erstmal mit dem Auto vom Proberaum nach Harburg ins Park and Ride Parkhaus. Wir wollen sogar einen Parkschein lösen, der während unserer gesamten Abwesenheit gültig ist, geht aber nicht, weil 24 Stunden Maximum. Selber Schuld. Dann mit der S-Bahn zum Hamburger Hauptbahnhof. Dort beschließt die noch vom Vortag geräderte Reisegruppe, gemütlich Currywurst Pommes zu frühstücken (eigentlich ganz schön dumm, Currywurst in Hamburg zu essen, wenn man grade auf dem Weg nach Berlin ist. Naja…). Hier gibt Finn auch sein letztes Bargeld aus und geht von nun an allen mit akutem Geldmangel auf den Sack. Wir begeben uns langsam zum Gleis und steigen sogar auf Anhieb in den richtigen Zug. Ist die Moral in den ersten 10 Minuten Fahrt noch hoch, stellt sich kurz darauf eine allgemeine, verkaterte Langeweile ein. Doch wir wären ja nicht wir, wenn wir dafür nicht sofort eine Lösung parat hätten. Kurzerhand werden die bandeigenen Sticker mit Edding verschandelt und so in ein astreines Kartenspiel verwandelt. Von nun an werden männliche Spiele wie „Mau Mau“ oder „Schwimmen“ (mit widerlichen Lakritz-Mentos als Leben) gespielt. Rockstarlife und so. Pokern oder Skat geht leider nicht. Zum einen, weil wir die Regel nicht kennen, zum anderen, weil wir zu faul sind, ein ganzes 52er Blatt zu basteln. So vergeht die Zeit auf jeden Fall ziemlich fix und auf einmal stehen vier Dorfkinder im großen Berlin am Hauptbahnhof und kämpfen mit den Fahrkartenautomaten. Von nun an hält die gesamte Reisegruppe Ausschau nach einer Volksbank, damit Finn sich neue Spaßgutscheine drucken kann… vergeblich.

 

Nach einigen großen und kleinen Umwegen sind wir an der Adresse angekommen, an der das Jugendzentrum stehen sollte, wo wir heute spielen sollen. Vor uns steht ein riesiges, gelbes Gebäude mit Turm. Ein Theater, so lesen wir. Vermutlich ist das Juz irgendwo im Keller oder so. Wir machen uns auf die Suche und rennen ungefähr acht mal durch alle fünf Stockwerke des Gebäudes. Überall stehen gruselige Requisiten und Puppen, die uns mit bösen Augen beobachten. Nach 20 Minuten geben wir resigniert auf. Auf dem Weg nach draußen finden wir durch Zufall einen Innenhof, von dem aus wir ein kleines, buntes Häuschen sehen können. „Linse“ steht dran. Endlich! Wir haben es geschafft!

 

Wir werden direkt herzlich von den geilen Typen von „Systemo“, die uns eingeladen haben, in Empfang genommen und mit der Location vertraut gemacht. Ein Jugendzentrum wie es im Buche steht – inklusive Schnaps- und Rauchverbot. Wir sind natürlich mal wieder viel zu früh und nach Systemo die einzigen Menschen im Club. Um uns herum wird fleißig gewerkelt und letzte Vorbereitungen für den Abend getroffen. Ehrensache, dass wir uns erstmal auf den zerschlissenen Sofas niederlassen und versuchen, unseren doch sehr hartnäckigen Kater loszuwerden. Aber wo sind eigentlich Bennet und Philip? Achja, die sind ja mit dem Auto und dem Equipment unterwegs. Während wir so rumliegen, bekommen wir regelmäßige Statusupdates vom offensichtlich total entnervten Bennet, die uns behutsam auf den Zustand unseres Schlagzeugers vorbereiten. Wir rechnen schon mit dem Schlimmsten, aber werden dennoch überrascht – und zwar nicht im positiven Sinne. Als der Bus irgendwann auf dem Parkplatz einrollt, steigt auf der Fahrerseite ein sichtlich angepisster Bennet aus und aus der anderen Tür springt zeitgleich ein laut singender und rauchender Schlagzeuger, um sich direkt auf die Fresse zu legen. Insider wissen, dass Philip nur kurz vor dem Delirium zur Zigarette greift. Kurz darauf präsentiert er uns stolz seine nahezu leere Whiskyflasche, die er auf der Fahrt vernichtet hat. Kenner wissen außerdem, dass Philip nicht viel Schnaps benötigt, um einen für alle Beteiligten sehr unangenehmen Zustand zu erreichen. So weit, so schlecht.

 

Nachdem wir (Per-Ole) den Bus ausgeladen haben und den Merch-Stand aufgebaut haben, beschließen wir, dass wir uns eine Pause verdient haben und begeben uns Richtung Backstage, um nun mit etwas härteren Mittelchen den Kater zu bekämpfen. Natürlich nicht, ohne vorher sichergestellt zu haben, dass Philip währenddessen irgendwem anders als uns auf den Sack geht. Irgendwann wundert er sich, wo der Rest der Band abgeblieben ist und lässt uns digital die Frage nach unserem Aufenthaltsort zukommen. Zurück bekommt er ungefähr 20 verschiedene Standorte in der näheren Umgebung geschickt. Obwohl der erste gesendete Standort (der Backstageraum) sogar richtig war, stapft er in Richtung des nächsten Dönermannes, um sich dort zu wundern, warum wir nicht da sind. Beleidigt kommt er zurück und schmollt. Später gibt es Essen. Wie es sich in einem Juz gehört: (für vegane Verhältnisse) sehr gute Spaghetti-Bollo. Als wir schon fast fertig sind, entdecken wir es: Das großartigste Kunstwerk des 21. Jahrhunderts, die sixtinische Kapelle unter allen Juzes dieser Welt. Wir erstarren (liegen vor Lachen auf dem Boden) vor lauter Ehrfurcht. Die gesamte Wand der Küche ist mit einer Findet-Nemo-Land-(oder Wasser-)schaft bemalt, deren Zentrum ein unglaublich hässlicher Zombie-Clownfisch-Mutant ziert. Wir sind begeistert! Und das eigentliche Highlight des Abends kommt ja erst noch!

 

Langsam fangen auch die ersten Bands zu spielen und unsere Motivation steigt. Beim Auftritt von Systemo ist die Stimmung auf dem Höhepunkt. Die Jungs stellen ihr neues Album live vor und bauen sogar in einige Songs eine Geige ein. Verrückt. Jetzt dürfen wir! Sogar Philip hat inzwischen durch wundersame Weise wieder einen vertretbaren Pegel erreicht und ist jetzt so schlecht wie immer. Das Publikum ist von Anfang an am Start und feiert! Dafür, dass wir das erste Mal in Berlin spielen und uns dementsprechend keiner kennt oder nur mal 2-3 gehört hat, sehr vorbildlich. Wir mögen Berlin. Als 2/3 des Sets um sind, geht Finns Gitarre auf einmal nicht mehr. Nach fünfminütiger, fieberhafter Fehlersuche ist das Problem identifiziert: Der Power-Schalter am Verstärker steht auf Off. Schalter wieder auf On und weiter gehts! An dieser Stelle muss man erwähnen, dass der Zugang zum Backstage unglücklicherweise über die Bühne führt und der Sänger einer anderen Band den Verstärker einfach ausgeschaltet hat. Danke dafür!

 

Der Rest des Sets verläuft ohne weitere Zwischenfälle. Nachdem wir fix abgebaut haben, begeben wir uns zum Merch-Stand und es bietet sich uns ein furchtbar trauriges Bild: Kein einziger Mensch steht davor. Was aber noch viel schlimmer ist: Auch kein Mensch steht dahinter! Wir fragen den Nachbarmercher, wo Per-Ole geblieben ist. „Hm, ich glaub, der ist da hinten am Kickern“ – Und tatsächlich, wir werden Zeugen davon, wie am Kickertisch um die Ecke ein total sturzbesoffener Per-Ole einen völlig überforderten Punk in Grund und Boden spielt. Später erfahren wir, dass der gute Mann sich während des Auftrittes aufgrund von Biermangel den kompletten Merch-Pfeffi reingezogen hat. Warum auch nicht?
Inzwischen ist die Uhrzeit auch schon gut vorangeschritten und es läuft Musik, wie wir sie von 4 Uhr nachts auf einer Dorfparty gewöhnt sind. Gut Berlin! Wir füllen noch das Thekenpersonal mit unserem (irgendwas machen wir falsch) Ersatzpfeffi ab, bevor wir uns zu den Klängen von Gigi D’Agostino’s „The Riddle“ verabschieden. Philip und Bennet düsen wieder mit dem Bus und dem Equipment in Richtung Heimat, während der Rest von uns sich in die dunkle Berliner Nacht schlägt.

 

Bonus Content: Lost in the Hauptstadt

 

Nach einer unendlichen Odyssee durch Berlin, auf der uns sowohl unser Ersatzpfeffi weggetrunken, als auch mehrfach der Weg falsch erklärt wurde, treffen wir uns noch mit einer anderen Berliner Band (Name der Redaktion bekannt) und wir trinken zusammen das ein oder andere Bier. Inzwischen haben alle ungefähr Philips mittäglichen Zustand erreicht. Per-Ole kämpft mit einem riesigen Zauberbier, was einfach nicht leer werden will. Nicht einmal, als wir mithelfen. Strange. Vor lauter Frust geht Per-Ole beim Dönermann gegenüber erstmal frühstücken, um es anschließend noch weiter zu probieren. Als wir beschließen, betrunken genug für heute zu sein, gehen wir geschlossen in den Dönerladen, den Per-Ole schon ausgekundschaftet hat. Dort gibt es „Der Gerät“ (kennt das noch jemand?) und Döner für alle (Per-Ole genehmigt sich noch einen zweiten). Während wir so vor uns hin essen, wird es draußen langsam hell und unsere Gespräche immer zusammenhangloser. Per-Ole schläft andauernd beim essen ein, kaut im Schlaf weiter und wacht dann davon auf, dass sein Mund leer ist und Nachschub braucht.

 

Nach diesem romantischen Frühstück schnappen wir uns das nächstbeste Taxi, was uns zu unserem Schlafplatz transportieren soll. Wir nehmen uns vor, nicht einzuschlafen, damit uns der Fahrer nicht über’s Ohr hauen kann. Nach zwei Minuten schlafen alle. Netterweise weckt uns der Fahrer am Ziel und sogar der Preis könnte ungefähr gestimmt haben. Das Glück ist halt mit den Betrunkenen. Wir nächtigen beim Schlagzeuger von Systemo und finden auch auf Anhieb die richtige Wohnung und das richtige Zimmer. Als wir ins Bett fallen, wundern wir uns auch nicht darüber, dass er ein Zimmer mit vier Betten bei sich zu Hause hat, die offensichtlich nicht benutzt werden. Der nächste Morgen (früher Nachmittag) ist mal wieder furchtbar. Es ist total hell und wir haben nur mittelviel Appetit, obwohl uns ein wundervolles Frühstück kredenzt wird. Wir beschließen den schnellen Aufbruch, damit wir unserem Gastgeber nicht noch weiter die Nerven rauben. Jetzt geht es erstmal auf Sightseeing-Tour, wir sind schließlich in Berlin. Als erstes machen wir uns zum Brandenburger Tor auf. Finn denkt bei jedem Gebäude mit runder Kuppel, dass es das Reichstagsgebäude ist. Vor dem Hotel Adlon stehen ziemlich viele Fotografen und wir streuen bei den umstehenden Gaffern das Gerücht, dass gleich George Clooney vorfährt, bis schnell eine große Menschentraube versammelt ist.
Dann weiter zum Tor, von da aus zum richtigen Reichstag und anschließend finden wir eine U-Bahnlinie, die sage und schreibe zwei Haltestellen hat. Cooles Ding. Dann holen wir uns am Alex was zu essen und wagen uns mal wieder, ein Alster zu trinken. Geht schon ganz gut. Simon ist sich nicht sicher, ob bei seinen Darmwinden nicht noch mehr mitgekommen ist. Wir latschen weiter und wollen auf den Fernsehturm, der Preis ist uns aber dann doch zu hoch und wir latschen lieber noch ein bisschen planlos durch die Stadt. Im übrigen hat Finn immer noch keine einzige Volksbank unterwegs gefunden und liegt dementsprechend immer noch allen auf der Tasche.

 

Als wir nichts mehr mit uns anzufangen wissen, fahren wir noch zum Checkpoint Charly, um auch wirklich alle Tourisachen abgegrast zu haben. Jetzt wird es höchste Zeit, wieder zurück zum Hauptbahnhof zu finden, damit wir unseren Zug noch bekommen. Im Zug spielen wir, sehr zum Ärger aller Mitreisenden, mit unseren von Maden zerfressenen und in Gin-Tonic getränkten Hirnen laut Stadt-Land-Fluss und geben so dumme Sachen von uns, dass wir eigentlich die halbe Rückfahrt mit Lachen und Weinen beschäftigt sind. Gehirnzellen dazugewonnen haben wir an diesem schönen Wochenende jedenfalls sicher nicht. Und wieder zurück in den Alltag!

Seit Tagen liegt der süße Duft des nahenden Wochenendes in der Frühlingsluft und macht Freude auf die Ereignisse, die uns bevorstehen. Es ist Freitag, der 15. April und um Punkt 14:00 Uhr werden sämtliche Stifte in sämtlichen Büros sämtlicher Bandmitglieder fallen gelassen.

 

Naja, wer arbeitet überhaupt noch mit Stiften? Und überhaupt.. Simon ist Student, der fällt sowieso raus. Bennet arbeitet in seinem Job eh nur in Ausnahmesituationen. Okay dann bleiben halt noch drei imaginäre Stifte zum Fallengelassenwerden… Weiter im Text. Wir kommen also mal wieder mit den verschiedensten Verkehrsmitteln aus den verschiedensten Ecken des Landes getingelt um uns wo zu treffen? Genau: In der wunderschönen Hanse- und Salzstadt Lüneburg.

 

Wir haben heute die Ehre, das Konzert der St.Pauli-Ska-Punk-Legende „Rantanplan“ zu eröffnen. Die Hütte ist schon im Vorfeld ausverkauft, geil! Was soll jetzt noch großartig schiefgehen? Außer natürlich der serienmäßigen Verspieler, die wir sowieso immer, unerhört oft sogar unbemerkt, in unsere Songs mit einbauen. Als Live-Gimmick sozusagen. Wir sitzen also dementsprechend gut gelaunt beim ersten Bier des Abends und gucken uns entspannt den Soundcheck der Rantanplanjungens an und warten darauf, dass wir an der Reihe sind.

 

Wir können den Großteil der Backline von Rantanplan mitbenutzen, oder „sharen“, wie die coolen Menschen im Konzertbiz zu sagen pflegen. Wir mussten also nicht viel selber mitbringen. Sehr entspannt zur Abwechslung mal. Vielleicht hätte man sich aber im Vorfeld informieren sollen, was denn überhaupt alles an Backline vorhanden ist. Als wir die Bühne genauer betrachten, fällt uns mit unseren geschulten Konzertaugen nach gerade mal 45 Minuten nämlich auf, dass Rantanplan nur eine Gitarre benutzen und dementsprechend auch nur eine Gitarrenbox haben. Ärgerlich popärgerlich. Panik macht sich breit. Alle versuchen noch irgendwie spontan eine Gitarrenbox in Lüneburg aufzutreiben. Da wir es uns generell aber mit allen Bands immer und überall verscherzen, gelingt uns dieses Unterfangen nicht. Kurzerhand wird Per-Ole zum Möbeltaxi degradiert und Richtung des heimischen Proberaums geschickt, um von dort eine Box zu holen (Zeit bis zum Einlass: 45 Minuten, Strecke: 20,3 km, Fahrtzeit 26 Minuten ohne Verkehr, jeweils für eine Strecke, versteht sich).

 

Wir machen derweil mit einer Gitarre Soundcheck und bereiten uns mental schon mal auf den Supergau vor. Doch: Exakt drei Minuten bevor die Türen aufgehen, kommt Per-Ole samt rettender Box durch die Tür gestürzt. Keiner weiß, wie er das gemacht hat. Es wird in windeseile verkabelt und es bleibt noch genau Zeit, um einen Refrain mit voller Besetzung anzuspielen. Alles passt perfekt. Wir sind halt Profis.

Dann gehen die Türen auf. 30 Minuten später gehen wir pünktlich auf die Bühne und ab geht die Luzi. Der Laden ist schon bumsvoll und wir fühlen uns bumswohl. Das Publikum ist sehr gönnerhaft und feiert direkt von Anfang an mit. Schön! Die Setliste kommt heute von Bennet. Sie ist gut. Alle sind darüber verwundert. Wir sollen am Ende noch zugeben, dürfen aber nicht mehr. Zeitplan und so. Das Konzert war trotzdem Güteklasse A und wir gehen mehr als zufrieden von der Bühne. Rantanplan sind eh geil und reißen den Laden im Anschluss völlig ab. Gleichzeitig schießen wir uns völlig ab.

 

Am Merchstand wird mal wieder mit Pfeffi gefeilscht bis zum Umfallen. Das haben wir uns jetzt so angewöhnt. Man glaubt gar nicht, wie so ein erfrischender Schluck grünes Gold die festgefahrene Verhandlungsposition des Gegenübers wie ein ordentlicher Schuss WD-40 in Bewegung bringt. („Ey willst n Feuerzeug?“ – „Ne, verpiss dich!“ – „Schluck Pfeffi?“ – „Mh joa..“ – „Dann musst du auch was kaufen, dann halt ich auch meine Fresse“ – „Versprochen?“ – „Versprochen!“)

 

Am Ende wird wieder alles wild. Im Club ist noch Party, Rantanplan schenken uns ihren Gin, bevor sie abhauen, Simon isst eine Avocado, und die Frikadellen sind in Wirklichkeit gar keine Frikadellen, sondern eine komprimierte Gemüsepfanne. Dann gibt es Suppe. Alles in allem ein guter Abend. Wir fahren mit dem Taxi nach Hause und stellen fest, dass die Gage schon wieder vertrunken wurde. Same procedure as every weekend.

Zwei Wochen hatten wir nach unserem großen Jubiläumskonzert Pause, um langsam wieder in den Alltag zurückzukehren, als wir aus diesem schon wieder herausgerissen werden. Ein Konzert in der Hamburger Cobra Bar steht an! Leider sind wir eine der letzten Bands, die in diesem ehrwürdigen Etablissement spielen dürfen, denn auch vor dem Hans-Albers-Platz macht die Hotellisierung des Hamburger Kiez offensichtlich nicht halt! Buh!

 

Ehrgeizig, wie wir nun mal sind, hatten wir nach dem Jubiläumskonzert den gesamten Proberaum wieder mühevoll eingerichtet, um fleißig für das nun anstehende Konzert üben zu können. Nun räumen wir unser komplettes Equipment wieder in den alten Bus von Simons Opa – natürlich ohne in den zwei Wochen mal überhaupt irgendeinen Ton gespielt zu haben. Männerhusten, Geburtstags-Omas und andere scheinheilige Gründe waren einfach zu mächtig gewesen. Trotzdem geht das Einladen heute besonders schnell, was uns später noch zum Verhängnis wird. Siehe unten.
Die Hamburger Morgenpost hat uns heute ein großes Bild unserer exorbitant schönen Antlitze gewidmet und unser Konzert groß angekündigt, während neben uns das Konzert von Alligatoah in der Alsterdorfer Sporthalle nur in einem Einzeiler in Schriftgröße 2 erwähnt wird. Die Mopo weiß offensichtlich Prioritäten zu setzen. Und die Halle ist eh doof.

 

Wir fahren also gemütlich, entspannt, bei guter Musik, im komfortablen Bus von Simons Opa über die Autobahn, als… Nein, nochmal neu:
Wir rattern also mit einem Höllenlärm, den der Bus von Simons Opa ausstößt, und ohne jegliche Radiounterhaltung über die rechte Spur der Autobahn und fahren nur 60 km/h. Denken wir. Als wir kurz auf den Tacho schauen, schlägt er plötzlich auf 120 aus und wir sind überrascht. Dieser miese Tacho wollte uns wohl einen Streich spielen. Niemand ist sich sicher, ob er das Konzert noch spielen kann oder schon vorher durch Motorenlärm taub und durchs Anbrüllen heiser ist.
Ein weiteres Problem ergibt sich, als Hendrik ein neues Bier öffnen will. Der einzige Flaschenöffner befindet sich am Schlüsselbund, der im Zündschloss steckt. Hierin sieht jedoch keiner der Anwesenden ein Problem, sodass kurzerhand das Bier mit eben jenem Schlüsselbund geöffnet wird – als plötzlich der Motor ausfällt. Langsam rollen wir mitten in der Amsinckstraße aus und gucken uns verwundert an. Wir überlegen schon, wie wir dem Veranstalter und der Mopo schonend beibringen, dass wir doch nicht kommen und die Leute stattdessen zu Alligatoah in die doofe Halle gehen sollen, als Simon die geniale Idee hat, den Motor neu zu starten. Klappt.

 

In der Bar angekommen bietet sich uns ein völlig ungewohntes Bild: Finn sitzt am Tresen und trinkt – Trommelwirbel – Cola. Wie er uns später erläutert, hat er am folgenden Tag einen Tattoo-Termin und jetzt Angst, dass er wie gewohnt sein Blut so derart mit Alkohol verdünnt, dass es ihm beim Tattowierer im hohen Bogen aus den Armen spritzt.

Beim Aufbau stellen wir dann schnell fest, warum das Einladen so schnell ging: Das halbe Schlagzeug, ein Mikrofonständer und andere Dinge sind schlichtweg nicht vorhanden. Wir wollen schon den Schlagzeuger von Räubersfaust anrufen, der angeblich vorbeischauen wollte, und ihm sein Drumset abluchsen, als unser eigener Drummer plötzlich in Bastelwut gerät. Bewaffnet mit Gaffa-Tape kleistert er sein restliches Schlagzeug voll und klebt seine Trommeln wild an anderen Trommeln fest. Das Ganze mutet etwas konfus an, aber das Schlagzeug ist stabiler als je zuvor. Da wir auf diesem Wege einiges Geschleppe sparen können, wollen wir das jetzt immer so machen.

 

Plötzlich ernten wir enttäuschte und zudem vorwurfsvolle Blicke von Per-Ole, denn wir haben zudem noch seine schönen Preislisten für den Merchstand vergessen, die er in stundenlanger Heimarbeit erstellt hat. Da wollten wir einmal professionell wirken, aber nun werden auch die Preise wieder auf das mittlerweile heute mehrfach preisgekrönte Gaffatape geschrieben.

Kaum ist der Soundcheck erledigt, trudeln immer mehr Leute ein. Bekannte und unbekannte Gesichter begrüßen uns und gehen in den Laden, wodurch wir den Eindruck haben, wir können nun pünktlich mit unserem Set anfangen. Obwohl die Bude bereits recht voll ist, meint der Veranstalter jedoch, wir sollen noch warten, da die meisten Leute erst um 22 Uhr kämen… Wo sollen die denn noch hin?

 

Unser vorher mit dem Booker abgesprochenes Set von einer Stunde Länge ist offensichtlich auch zu wenig, weshalb wir uns spontan noch weitere Songs aus den Fingern saugen und am Ende fast wieder so lange spielen wie vor zwei Wochen. Während die meisten Besucher vor der Bühne mittanzen und ihre Münder bewegen, als könnten sie die Texte (es sieht aber aus, als würden sie die Texte anderer Bands zum Besten geben), möchte ein Besucher die ganze Zeit irgendwelche St.Pauli-Lieder hören. Irgendwann müssen wir ihm erklären, dass wir leider keine St.Pauli-Lieder eingeübt haben, weil wir eigentlich überhaupt nichts eingeübt haben. Er schaut uns zornig an. Wir schauen zornig zurück. Daraufhin begnügt er sich weiter mit ein wenig Pogo.

 

Nach dem Konzert lassen wir uns mal wieder zu einer kleinen Kieztour hinreißen, an deren Ende wir dem Gitarristen von Räubersfaust noch den Clochard zeigen wollen. Dort angekommen kleben wir blöderweise direkt am Boden fest und müssen zu unserem Leidwesen dort noch einige Getränke verköstigen, bevor die Bahnen wieder fahren und die ersten Mitstreiter sich langsam ins Bett verabschieden.

 

Nun ist es also so weit – Monatelang schwebte dieses große Ereignis, unwirklich und nicht greifbar wie eine Fata Morgana am Horizont vor uns her. Unser Jubiläumsauftritt zum 5-jährigen Bandgeburtstag steht vor der Tür. Plötzlich haben wir nicht mehr noch Monate Zeit, um Dinge zu klären oder zu besorgen, sondern nur noch wenige Tage. Stress bricht aus im Hause Feldweg: „Wo bekommen wir eigentlich Traversen her?“, „Was für Getränke verkaufen wir?“, „Brauchen wir Security?“ und „Warum zur Hölle ist Philip schon wieder im Urlaub?“ sind nur einige Fragen, die uns in dieser Zeit plagen. Hendrik studiert noch kurz Veranstaltungstechnik und Per-Ole Logistik, während Bennet mit seinem Laminiergerät eine symbiotische Verbindung eingeht und im Fünf-Minuten-Takt wahlweise neue, überarbeitete Preislisten, Schilder oder Setlisten für die Ewigkeit in Plastikfolie konserviert.

Die interne Band-Whatsapp-Gruppe wird um weitere Arbeitsgruppen-Gruppen ergänzt, so dass mit bis zu 4 Gruppen simultan gearbeitet werden kann. Toll dieses Internet. Kurz gesagt: die Feldwegmotoren laufen auf Hochtouren. Damit alles richtig sexy für unseren Geburtstag wird, bestellen wir, größenwahnsinnig, wie wir sind sogar noch einen neuen Backdrop (Anm. d. Red.: Stoffding mit Logo für hinter der Bühne), der so riesig ist, dass wir ihn vermutlich nie wieder irgendwo benutzen können. Egal, war’s wert.

Als wir am Freitagmorgen um 08:00 Uhr die Halle betreten, wird uns wieder schmerzhaft bewusst, was wir da vorhaben: Nämlich ein Konzert mit allem Drumherum in einer Sporthalle aufm Dorf zu veranstalten, in der nicht viel mehr als zwei Basketballkörbe vorhanden sind. Spoiler: Von denen muss auch noch einer ab.

Naja, nützt ja nix. Wir haben Karten verkauft, jetzt müssen wir auch da durch. Reisegruppe Trecker macht sich auf den Weg und sammelt Tresenelemente ein, die im ganzen Landkreis verstreut in irgendwelchen Kellern verstauben. Außerdem gibt es noch einen Abstecher über den Bauhof, um Schilder und Bauzäune und sowas zu holen. Währenddessen werden in der Halle die unzähligen Stühle (WARUM ZUR HÖLLE BRAUCHT EINE SPORTHALLE SO UNFASSBAR VIELE STÜHLE?!) auf kleine Nebenräume und Personaltoiletten verteilt. Als die wilde Treckerbande wieder da ist, wird die Bar aufgebaut. Somit steht das Herz der Veranstaltung, es kann also fast nichts mehr schiefgehen. Apropos schief: Gegen Mittag wird die Traverse angeliefert und aufgebaut. Irgendwie schief. Egal, wird schon passen, denkt sich der allgemeine Feldwegler. Wir sind ja auf’m Dorf, da wird schon kein Amt zur Abnahme vorbeikommen (Zum Glück behalten wir Recht).

Irgendwann trudelt dann auch der Rest der arbeitenden Bevölkerung ein. Es gibt nur mittelviel zu tun, bis die Technik angeliefert wird. Jetzt geht’s los: Die Cases rollen wild durch die Gegend, während auf der anderen Seite der Halle bereits die Bühne aufgebaut wird. Die Boys von Protones (Technikgeilis) sind nur mittelbegeistert von der Traverse, haben aber keine andere Wahl, als diese zu benutzen. Selber Schuld, wenn sie keine eigene mitbringen. Ab jetzt werden den Rest des Abends Kabel verlegt, Lampen aufgehängt, P.A. aufgebaut und sowas halt alles. Zwischendurch wird auch die erste Ladung Getränke angeliefert, deshalb wird jetzt ein bisschen Bier getrunken. Vielleicht sogar ein bisschen mehr. Hendrik und Finn trinken lieber Selter. Wir bestellen Pizza für Allemann. Als der Großteil der Technik steht und funktioniert, hängen wir die Bühne noch ab, damit alles schön ist. Es werden noch ein paar Bauzäune aufgebaut und um 03:00 Uhr beschließen wir, Feierabend zu machen. Alle sind betrunken. Allen voran: Hendrik und Finn. Vielleicht war das doch keine Selter.

Samstag treffen wir uns verkatert um 10:00 Uhr zum gemütlichen Frühstück in der Halle, bevor das Geknechte wieder losgeht. Reisegruppe Trecker düst wieder los, um eine Grillhütte von irgendwo zu besorgen, während in der Halle aus Holzresten passgenau eine Garderobe zusammengespaxt wird. Dann kommt auch schon der Rest der Getränkelieferung und wir schleppen die 304502 Kisten ins Lager ohne zu kontrollieren (Wichtig für später!).

Nachdem die Wurst da ist, können wir auch die inzwischen eingetroffene Wurstbude aufbauen. Es sieht alles ganz gut aus und wir sind relativ überrascht, dass wir es tatsächlich pünktlich zur Türöffnung um 19:30 schaffen könnten, mit allem fertig zu werden. Getränke werden kaltgestellt, der Merchstand wird aufgebaut, Parkverbote werden eingerichtet und Kamerawinkel ausprobiert. Zwischendurch gucken immer mal wieder Freunde von uns rein und beäugen das Ganze skeptisch. Dann machen wir den längsten Soundcheck unserer Geschichte. Vermutlich länger als jeder Soundcheck der Geschichte. Auf jeden Fall länger, als unser kürzester Auftritt. Naja, was soll’s. Wenn’s gut werden muss…

Simon hält zum Mikrofon-Einpegeln einen 10 minütigen Monolog über Trecker. Der war klasse. Als wir zur Hälfte durch sind, setzt Jonas, der Tongeili, aus Versehen das Mischpult zurück. Also wieder ne halbe Stunde eintöniges Trommeln von Philip.

Unser Zeitpuffer schrumpft währenddessen etwas zusammen. Am Ende wird alles gut, sogar „Suzy Topless“ können noch einen ihren Sound checken. Um 18:30 kommen unsere ganzen tapferen Helferlein und es gibt lecker Schnitzel!

Dann gehen die Türen auf und es zeigt sich, ob wir in den letzten Monaten und Tagen an alles gedacht haben. Natürlich nicht! Keine 10 Minuten nachdem die Türen auf sind, kommt von der Bar: „Ähh wo habt ihr denn Alster?“. „Öhhm, sollte eigentlich da sein, ich guck mal..“ Hätten wir mal die Getränke kontrolliert. Wir haben zwar Alster, aber das ist alkoholfrei. Kann man ja auch gleich Sprite trinken. „Naja wird schon nicht so schlimm sein“, denken wir „muss das Alster halt gemischt werden“. Bis auf die Alsterproblematik läuft alles ganz hervorragend und die Bude ist nach kurzer Zeit voll.

Dann geht es los: Das Licht wird gedimmt und Suzy Topless legen los. Die Stimmung ist gut, das Bier fließt in rauen Mengen und wir fangen langsam an, uns mit Schnapsi auf den Auftritt vorzubereiten. Den haben wir tatsächlich in den letzten 3 Wochen ein bisschen aus den Augen verloren, daher auch nicht geprobt und nix. Egal, wir lernen fix unsere Lieder neu (sind ja nicht so schwer) und ab geht’s!

Suzy Topless sind durch und wir bauen um. Im Hintergrund schmettert Bennet’s „Changeover-Playlist“. An diesem Abend wird nichts dem Zufall überlassen. Wir sind bereit und es kann eigentlich losgehen. Meldung von der Bar: „Ahhh das Bier ist gleich alle…“ Wir gucken blöd aus der Wäsche. Da ging wohl zu viel Bier für die Alsterzubereitung drauf. Dann geht aber auch schon unser bombastisches Orchesterintro los, was wir extra für den Auftritt geschrieben / schreiben lassen haben, und wir müssen Richtung Bühne. „Jetzt bloß nichts von der Biernot anmerken lassen, werden die schon selber früh genug merken. Sind wir eigentlich versichert?“ Sind so die Gedanken, die uns dabei durch den Kopf gehen.

Wir machen eine musikalische und alkoholgeschwängerte Zeitreise durch fünf bunte Jahre Feldweggeschichte und spielen dabei ein kilometerlanges Set. Unsere Gäste feiern, wir auch. Der Ton ist super, das Licht auch. Danke Protones! Als wir „Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“ spielen, erwarten wir eigentlich schon zornige Rufe und Morddrohungen aus der Barregion. Aber nö! Nichts dergleichen. Glück gehabt. Später erfahren wir, dass Per-Ole den ganzen Aufritt damit verbracht hat, alle Tankstellen im Umkreis leerzukaufen, alle Biervorräte der umliegenden Feuerwehrhäuser zu kapern und sämtliche andere Anstrengungen unternommen hat, um noch Bier aufzutreiben. Well done, Pop! Nach zwei oder drei Zugaben fallen wir halbtot von der Bühne und müssen ins Sauerstoffzelt gebracht werden. Achne, gab nur Schnaps.

Den Rest der Nacht feiern wir mit den vielen schönen Menschen und spielen mit der Nebelmaschine rum. Irgendwann fallen wir in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

BIS DER WECKER BRUTAL LAUT UM 09:00 UHR KLINGELT!! Irgendwie sind scheinbar alle nach Hause gekommen und die Protones-Menschen haben im Proberaum gepennt. Die Logistikplanung gerät etwas ins Stocken, weil erstens niemand fahren darf und zweitens alle Autos an der Halle stehen. Irgendwie schaffen wir es dann doch, hinzukommen. Jetzt kommt der unspaßige Teil: Abbau. Dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, außer dass wir noch bis in den späten Abend rumgerödelt haben. Was für ein entspannendes Wochenende. Fast gleichzusetzen mit Wellnesshotel.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank, dass ihr alle so zahlreich zu unserem Geburtstag erschienen seid und so viel getrunken habt. Natürlich auch an unsere zahlreichen Helfer, Sponsoren und anderen Menschen, ohne die das Event in der Form nicht hätte stattfinden können. Wir küssen eure Augen.