5-Sterne-Schlafkomfort im schönen Brandenburg – 05.08.2017, Rock im Moor, Boberow

Und es geht schon wieder los! Nachdem wir unsere Sachen für exakt eine Probe komplett im Proberaum aufgebaut hatten, bauen wir sie auch schon wieder ab und laden den Monsterbus Melissa voll bis oben hin, um damit ins schöne Brandenburg zu tuckern.
Hier findet man noch große Weiten unberührter Natur und über die gigantischen Felder fahren die einsamen Bauern tagelang mit ihrem Traktor umher und ernten die Frucht, um die Familie zu ernähren. Einfach wundervoll. Achja, und mitten in diesen Feldern sichtet man heute uns, denn Wir beschließen, nicht den staureichen Weg über die Autobahn zu nehmen, sondern querfeldein durch Felder und Wiesen zu fahren, um uns auf das schöne Brandenburg einzustimmen.

 

Wieder haben wir die ganze Woche über um unseren Mercher und Manager Per-Ole bangen müssen, da dieser, nachdem er schon zuletzt nicht dabei war, von einer biestigen Halsentzündung heimgesucht wurde, die ihn zur Einnahme von fiesen, gemeinen Pillen zwingt. Fiese und gemein deswegen, da der Arzt den Konsum von Alkohol untersagt hat. Aber auch er ist pünktlich am Abfahrtort und kann somit der heutigen Reisegruppe angehören. Seine Halsschmerzen schiebt er auf eine Mandelentzündung, aber wir sind uns nicht sicher, ob nicht sein permanenter Pfeffi-Konsum (es gibt immer einen Mercher-Pfeffi an Bord) dafür gesorgt hat, dass ein wuchernder Pfeffipilz in seinem Hals wächst. Sein Antibiotika-Konsum sorgt allerdings für kollektives Aufatmen in der Band, da er heute darauf verzichtet, allen anderen Mitreisenden ständig Pfeffi anzudrehen.

Besonders Finn zeigt sich erleichtert, sofern er schon wieder in der Lage ist, irgendwelche Emotionen von sich preiszugeben. Offensichtlich hat ihm der betrunkene Gott gestern besonders übel mitgespielt, denn er ist weder gesprächig, noch beweglich und verwahrlost einfach unter Ächzen und Stöhnen in einer besonders versifften Ecke des Busses.

 

Die Fahrt ist geprägt von Blitzern. Besonders in Lüchow-Dannenberg scheint man auf diese Einnahmequelle angewiesen zu sein, sodass einfach hinter jedem Baum eine Radarfalle errichtet wurde. Trotzdem kommen wir schon bald ungeblitzt im schönen Brandenburg, genauer gesagt in Boberow, an. Dort gibt es heute das Rock im Moor-Festival zu bestaunen.
Das Festival befindet sich mitten in einem Garten einer Festscheune und nirgends sind Menschen zu sehen. Daher fahren wir einfach mit dem Bus direkt vor die Bühne. Schon beim Aussteigen begrüßen uns erste Mitglieder der Alex Mofa Gang, die wir schon länger nicht mehr gesehen haben. Daher halten wir erst einmal Ausschau nach einem wohltemperierten Bier.
Aber wir müssen sorgsam damit umgehen, denn erneut machen wir Begegnung mit den allseits geliebten Getränkemarken.

 

Als erste Band des Abends dürfen wir aufbauen und einen ausführlichen Soundcheck machen. Dieser verläuft ohne große Vorkommnisse, also überlegen wir uns, mit unserer einzigen Essensmarke pro Person lecker was essen zu gehen. Der Burger sieht besonders gut aus, aber ist leider zu teuer für die Essensmarke. Daher müssen wir uns mit einer gut durchgebratenen Bratwurst begnügen. Nachdem der verkohlte Prengel verdrückt ist, besichtigt ein Teil der Band die heutige Schlafunterkunft. Im Dorf kommen wir bei einem der Veranstalter unter und dürfen in einer Scheune mit Betonfußboden schlafen. Glücklicherweise haben aber alle Reisegefährten ihre Isomatten mit.

Unser Auftritt beinhaltet heute ein besonderes Highlight. Die Veranstalter von Rock im Moor möchten ein Imagevideo drehen, also stellen sie eine Szene von Game of Thrones nach. Wir staunen nicht schlecht, als plötzlich pünktlich zu unserem Auftritt das ganze Dorf und noch viel mehr Zeltplatzbesucher vor unserer Bühne stehen und dem Spektakel beiwohnen, das wir geben sollen. Wir sind als Schauspieler engagiert und müssen unser zweites Lied fünfhundertsiebzig Mal abbrechen und neu anfangen, weil es so im Skript steht. Die Masse ist begeistert!

 

Nach zwei weiteren Stücken leert sich der Platz aber wieder zusehends, weil noch niemand seine letzte Brause auf dem Zeltplatz ausgetrunken hatte und dies nachholen will. Für den Rest des Auftritts haben wir also nur noch so mittelviel Publikum. Da wir keine Konfettikanonen benutzen dürfen, haben wir dieses Mal aufblasbare Bälle mit. Die landen aber nach wenigen Sekunden im Gebüsch, das das Festivalgelände umzingelt. Nagut, dann trinken wir halt weiter Bier. Was soll man auch machen, mit 17, 18, in Brandenburg, wie Reinald Grebe schon sang.
Wir verfolgen noch den Auftritt der Alex Mofa Gang, die die Bude mal wieder gründlich abreißt, bevor wir sie zu ihrem Bus begleiten, der auch dort steht, wo wir schlafen sollen. Internet gibt es leider nicht, aber ansonsten haben sie hier eine sehr gute Landschaft, im schönen Brandenburg.