Jubiläumskonzert – Der Bericht – 05.03.2016

Nun ist es also so weit – Monatelang schwebte dieses große Ereignis, unwirklich und nicht greifbar wie eine Fata Morgana am Horizont vor uns her. Unser Jubiläumsauftritt zum 5-jährigen Bandgeburtstag steht vor der Tür. Plötzlich haben wir nicht mehr noch Monate Zeit, um Dinge zu klären oder zu besorgen, sondern nur noch wenige Tage. Stress bricht aus im Hause Feldweg: „Wo bekommen wir eigentlich Traversen her?“, „Was für Getränke verkaufen wir?“, „Brauchen wir Security?“ und „Warum zur Hölle ist Philip schon wieder im Urlaub?“ sind nur einige Fragen, die uns in dieser Zeit plagen. Hendrik studiert noch kurz Veranstaltungstechnik und Per-Ole Logistik, während Bennet mit seinem Laminiergerät eine symbiotische Verbindung eingeht und im Fünf-Minuten-Takt wahlweise neue, überarbeitete Preislisten, Schilder oder Setlisten für die Ewigkeit in Plastikfolie konserviert.

Die interne Band-Whatsapp-Gruppe wird um weitere Arbeitsgruppen-Gruppen ergänzt, so dass mit bis zu 4 Gruppen simultan gearbeitet werden kann. Toll dieses Internet. Kurz gesagt: die Feldwegmotoren laufen auf Hochtouren. Damit alles richtig sexy für unseren Geburtstag wird, bestellen wir, größenwahnsinnig, wie wir sind sogar noch einen neuen Backdrop (Anm. d. Red.: Stoffding mit Logo für hinter der Bühne), der so riesig ist, dass wir ihn vermutlich nie wieder irgendwo benutzen können. Egal, war’s wert.

Als wir am Freitagmorgen um 08:00 Uhr die Halle betreten, wird uns wieder schmerzhaft bewusst, was wir da vorhaben: Nämlich ein Konzert mit allem Drumherum in einer Sporthalle aufm Dorf zu veranstalten, in der nicht viel mehr als zwei Basketballkörbe vorhanden sind. Spoiler: Von denen muss auch noch einer ab.

Naja, nützt ja nix. Wir haben Karten verkauft, jetzt müssen wir auch da durch. Reisegruppe Trecker macht sich auf den Weg und sammelt Tresenelemente ein, die im ganzen Landkreis verstreut in irgendwelchen Kellern verstauben. Außerdem gibt es noch einen Abstecher über den Bauhof, um Schilder und Bauzäune und sowas zu holen. Währenddessen werden in der Halle die unzähligen Stühle (WARUM ZUR HÖLLE BRAUCHT EINE SPORTHALLE SO UNFASSBAR VIELE STÜHLE?!) auf kleine Nebenräume und Personaltoiletten verteilt. Als die wilde Treckerbande wieder da ist, wird die Bar aufgebaut. Somit steht das Herz der Veranstaltung, es kann also fast nichts mehr schiefgehen. Apropos schief: Gegen Mittag wird die Traverse angeliefert und aufgebaut. Irgendwie schief. Egal, wird schon passen, denkt sich der allgemeine Feldwegler. Wir sind ja auf’m Dorf, da wird schon kein Amt zur Abnahme vorbeikommen (Zum Glück behalten wir Recht).

Irgendwann trudelt dann auch der Rest der arbeitenden Bevölkerung ein. Es gibt nur mittelviel zu tun, bis die Technik angeliefert wird. Jetzt geht’s los: Die Cases rollen wild durch die Gegend, während auf der anderen Seite der Halle bereits die Bühne aufgebaut wird. Die Boys von Protones (Technikgeilis) sind nur mittelbegeistert von der Traverse, haben aber keine andere Wahl, als diese zu benutzen. Selber Schuld, wenn sie keine eigene mitbringen. Ab jetzt werden den Rest des Abends Kabel verlegt, Lampen aufgehängt, P.A. aufgebaut und sowas halt alles. Zwischendurch wird auch die erste Ladung Getränke angeliefert, deshalb wird jetzt ein bisschen Bier getrunken. Vielleicht sogar ein bisschen mehr. Hendrik und Finn trinken lieber Selter. Wir bestellen Pizza für Allemann. Als der Großteil der Technik steht und funktioniert, hängen wir die Bühne noch ab, damit alles schön ist. Es werden noch ein paar Bauzäune aufgebaut und um 03:00 Uhr beschließen wir, Feierabend zu machen. Alle sind betrunken. Allen voran: Hendrik und Finn. Vielleicht war das doch keine Selter.

Samstag treffen wir uns verkatert um 10:00 Uhr zum gemütlichen Frühstück in der Halle, bevor das Geknechte wieder losgeht. Reisegruppe Trecker düst wieder los, um eine Grillhütte von irgendwo zu besorgen, während in der Halle aus Holzresten passgenau eine Garderobe zusammengespaxt wird. Dann kommt auch schon der Rest der Getränkelieferung und wir schleppen die 304502 Kisten ins Lager ohne zu kontrollieren (Wichtig für später!).

Nachdem die Wurst da ist, können wir auch die inzwischen eingetroffene Wurstbude aufbauen. Es sieht alles ganz gut aus und wir sind relativ überrascht, dass wir es tatsächlich pünktlich zur Türöffnung um 19:30 schaffen könnten, mit allem fertig zu werden. Getränke werden kaltgestellt, der Merchstand wird aufgebaut, Parkverbote werden eingerichtet und Kamerawinkel ausprobiert. Zwischendurch gucken immer mal wieder Freunde von uns rein und beäugen das Ganze skeptisch. Dann machen wir den längsten Soundcheck unserer Geschichte. Vermutlich länger als jeder Soundcheck der Geschichte. Auf jeden Fall länger, als unser kürzester Auftritt. Naja, was soll’s. Wenn’s gut werden muss…

Simon hält zum Mikrofon-Einpegeln einen 10 minütigen Monolog über Trecker. Der war klasse. Als wir zur Hälfte durch sind, setzt Jonas, der Tongeili, aus Versehen das Mischpult zurück. Also wieder ne halbe Stunde eintöniges Trommeln von Philip.

Unser Zeitpuffer schrumpft währenddessen etwas zusammen. Am Ende wird alles gut, sogar „Suzy Topless“ können noch einen ihren Sound checken. Um 18:30 kommen unsere ganzen tapferen Helferlein und es gibt lecker Schnitzel!

Dann gehen die Türen auf und es zeigt sich, ob wir in den letzten Monaten und Tagen an alles gedacht haben. Natürlich nicht! Keine 10 Minuten nachdem die Türen auf sind, kommt von der Bar: „Ähh wo habt ihr denn Alster?“. „Öhhm, sollte eigentlich da sein, ich guck mal..“ Hätten wir mal die Getränke kontrolliert. Wir haben zwar Alster, aber das ist alkoholfrei. Kann man ja auch gleich Sprite trinken. „Naja wird schon nicht so schlimm sein“, denken wir „muss das Alster halt gemischt werden“. Bis auf die Alsterproblematik läuft alles ganz hervorragend und die Bude ist nach kurzer Zeit voll.

Dann geht es los: Das Licht wird gedimmt und Suzy Topless legen los. Die Stimmung ist gut, das Bier fließt in rauen Mengen und wir fangen langsam an, uns mit Schnapsi auf den Auftritt vorzubereiten. Den haben wir tatsächlich in den letzten 3 Wochen ein bisschen aus den Augen verloren, daher auch nicht geprobt und nix. Egal, wir lernen fix unsere Lieder neu (sind ja nicht so schwer) und ab geht’s!

Suzy Topless sind durch und wir bauen um. Im Hintergrund schmettert Bennet’s „Changeover-Playlist“. An diesem Abend wird nichts dem Zufall überlassen. Wir sind bereit und es kann eigentlich losgehen. Meldung von der Bar: „Ahhh das Bier ist gleich alle…“ Wir gucken blöd aus der Wäsche. Da ging wohl zu viel Bier für die Alsterzubereitung drauf. Dann geht aber auch schon unser bombastisches Orchesterintro los, was wir extra für den Auftritt geschrieben / schreiben lassen haben, und wir müssen Richtung Bühne. „Jetzt bloß nichts von der Biernot anmerken lassen, werden die schon selber früh genug merken. Sind wir eigentlich versichert?“ Sind so die Gedanken, die uns dabei durch den Kopf gehen.

Wir machen eine musikalische und alkoholgeschwängerte Zeitreise durch fünf bunte Jahre Feldweggeschichte und spielen dabei ein kilometerlanges Set. Unsere Gäste feiern, wir auch. Der Ton ist super, das Licht auch. Danke Protones! Als wir „Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“ spielen, erwarten wir eigentlich schon zornige Rufe und Morddrohungen aus der Barregion. Aber nö! Nichts dergleichen. Glück gehabt. Später erfahren wir, dass Per-Ole den ganzen Aufritt damit verbracht hat, alle Tankstellen im Umkreis leerzukaufen, alle Biervorräte der umliegenden Feuerwehrhäuser zu kapern und sämtliche andere Anstrengungen unternommen hat, um noch Bier aufzutreiben. Well done, Pop! Nach zwei oder drei Zugaben fallen wir halbtot von der Bühne und müssen ins Sauerstoffzelt gebracht werden. Achne, gab nur Schnaps.

Den Rest der Nacht feiern wir mit den vielen schönen Menschen und spielen mit der Nebelmaschine rum. Irgendwann fallen wir in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

BIS DER WECKER BRUTAL LAUT UM 09:00 UHR KLINGELT!! Irgendwie sind scheinbar alle nach Hause gekommen und die Protones-Menschen haben im Proberaum gepennt. Die Logistikplanung gerät etwas ins Stocken, weil erstens niemand fahren darf und zweitens alle Autos an der Halle stehen. Irgendwie schaffen wir es dann doch, hinzukommen. Jetzt kommt der unspaßige Teil: Abbau. Dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, außer dass wir noch bis in den späten Abend rumgerödelt haben. Was für ein entspannendes Wochenende. Fast gleichzusetzen mit Wellnesshotel.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank, dass ihr alle so zahlreich zu unserem Geburtstag erschienen seid und so viel getrunken habt. Natürlich auch an unsere zahlreichen Helfer, Sponsoren und anderen Menschen, ohne die das Event in der Form nicht hätte stattfinden können. Wir küssen eure Augen.

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