Polka die Waldfee – 15.07.2017 Oldenburg, Updreihn an de Utfahrt

Bei uns steht heute Oldenburg auf dem Plan. Die Fans des Fußballvereins VfB Oldenburg (Achtung! Nicht zu verwechseln mit VfL Oldenburg! Ganz was anderes) organisieren ein Fanfest, bei dem am Abend auch einige Bands zum Tanz aufspielen sollen. So unter anderem auch wir.

Bevor wir losradeln können, müssen wir allerdings noch ein wenig Schadensbegrenzung betreiben und das Set noch einmal durchspielen, da wir alle seit geraumer Zeit keine Instrumente mehr von Nahem gesehen haben. Anschließend geht es ans Einladen.

 

Dabei wird sich wie üblich an einen strikten Ablauf gehalten:

Erst schleppen alle Anwesenden so lange Kisten und sonstiges Equipment nach draußen und verteilen dieses wahllos um den Bus oder die zu beladenden Autos, bis der Proberaum leer und der Parkplatz voll ist. Nach langem, planlosem Rumstehen erbarmt sich irgendwann ein tapferer Mensch, die verteilten Backlinezutaten in den Kofferraum zu werfen. Währenddessen tut Philip so lange so, als würde er sein Schlagzeug stimmen, bis alles andere im Inneren des Vehikels verstaut ist und auch nichts mehr hinein passt. Wenn er dann irgendwann nach draußen kommt, stellt er fachmännisch fest, dass das halbe Schlagzeug noch fehlt. Unter Pöbeln und Nörgeln räumt er alles wieder aus, sortiert neu und baut dann die gesamte Backline passend und in bester Tetris-Manier wieder ein.

 

Gastfreundschaft wird in Oldenburg offensichtlich groß geschrieben. Man verwöhnt uns mit einem leckeren Buffet, wir können massenhaft regionales Oldenburger Bier trinken und als Gastgeschenk gibt es einen edel verpackten, ebenfalls regionalen Korn. Na, wenn das mal keine Begrüßung ist.

Vor uns spielen die fantastischen Misha Kapa! Die Jungs covern bekannte Popsongs mit Akkordeon, übelstem, russischen Akzent, trinken Vodka und sehen auch genau so aus. Also vom dreistreifigen Jogginganzug über die Schiebermütze bis zu den polierten Schuhen stimmt alles. Wir sind verzückt, tanzen mit und vergessen kurz, dass wir auch in Kürze auf die Bühne müssen.

 

Als wir an der Reihe sind, stellen wir schnell fest, dass Misha Kapa den Laden nicht nur warm, sondern auch völlig kaputtgespielt haben. Der Boden vor der Bühne ist vom vielen verschütteten Bier so rutschig, dass sich nur vereinzelt Leute trauen, dort zu tanzen. Diese liegen aber meist nach kurzer Zeit in der Waagerechten. Außerdem gelingt es uns, trotz unseres geübten Umgang mit extrem alkoholisiertem Publikum nicht, der Meute etwas anderes als „SAUFEN! SAUFEN! SAUFEN!“ zu entlocken.

Im Backstageraum lassen wir den Abend gemütlich ausklingen, während der Barkeeper einen Hit nach dem anderen aus dem Backstage-eigenen Klavier zaubert. Wir sind glücklich und möchten, dass er nie wieder damit aufhört, als auch schon der Chef hereingestürmt kommt, der mit eiserner Knute zu regieren scheint, und ihn wieder an die Arbeit schickt. Schließlich ist in zwei Wochen ja schon die nächste Veranstaltung und da muss alles ordentlich sein! Und so werden auch wir relativ unsanft nach draußen bugsiert und ziehen von dannen.