Von Killepitsch und Hauerei – 26.09.2015, Route 66, Düsseldorf

Kapitel 1: Die Anreise

 

Nun ist es also soweit. Am Freitag trifft sich eine illustre Reisegruppe an unserem Proberaum und hat das Ziel, im weniger als 10.000 Kilometer entfernten Düsseldorf ein bisschen hochmusikalisches Kulturgut an den Mann zu bringen.
So eine Fahrt bringt natürlich gewisse Risiken mit sich, denn jeder der Anwesenden hat spezielle Getränkewünsche und dieses für sich im Übermaß eingekauft.
Nachdem auf hochkomplizierte Weise ein nicht vorhandener Stau umfahren wurde, erreicht der eigens angemietete Tourbus Höchstgeschwindigkeiten und schon bald können erste Mitfahrer eingesammelt werden, die sich per BluBluCar beworben haben und leichtsinnigerweise zu den bereits dezent angetrunkenen Menschen in den Bus steigen. Der Aggregatszustand dieser Mitfahrer ändert sich naturgemäß während der jeweils kurzen Fahrtdauer dennoch von „halbwegs nüchtern“ zu „völlig betrunken“. Sie werden irgendwo abgesetzt und schon bald trifft der Bus an seinem vorbestimmten Ziel, dem Auftrittsort des nächsten Tages, ein.

 
Kapitel 2: Der längste Tresen der Welt

 

In Düsseldorf trinken die Menschen viel. Wenn allerdings Menschen dort eintreffen, die auch schon während einer 7-stündigen Fahrt viel getrunken haben, ergibt sich daraus: viel viel.
Die illustre Reisegruppe trifft als erstes auf Andi, einen der hiesigen Gastgeber, der am folgenden Abend zur Sause geladen hat. Heute erweist er sich erst einmal als gastfreundlich und stellt Bier zur Verfügung. Die betrunkene Reisegruppe wünscht sich zunächst Lieder von Andreas Gabalier, um in Stimmung zu bleiben, nur um sich direkt daraufhin mit einem völlig überteuerten Taxi in die Altstadt zu begeben, um dort Altbier zu trinken. Alle Bandmitglieder sind schlau und nehmen ihre Schlafsäcke schon einmal mit zur Unterkunft, die von Tobi zur Verfügung gestellt wird! Alle? Nein, denn Peter (Name von der Redaktion geändert) meint, es sei nicht nötig, die Sachen jetzt schon dorthin zu bringen.

 
In der Altstadt soll angeblich der längste Tresen der Welt stehen. Die Gruppe sucht vergeblich danach, findet aber ziemlich viele kurze Tresen und beschließt, alternativ diese für ihre Zwecke zu nutzen. Paul (Name von der Redaktion geändert) ändert seinen Aggregatszustand innerhalb einer Sekunde von „völlig betrunken“ zu „Delirium“ und muss noch vor Mitternacht ins Bett. Wie das passieren konnte, weiß im Nachhinein keiner. Vom weiteren Verlauf des Abends ist nicht mehr viel überliefert.
Nachdem noch eine große Schlägerei von Einheimischen dargeboten wird, bei der alle Protagonisten sich ziellos gegenseitig hauen, möchte die gut unterhaltene Reisegruppe sich schlafen legen. Daher wird wieder das völlig überteuerte Taxi gerufen und es geht zurück zu Tobi. Peter möchte allein zu Fuß zum Bus zurückgehen und seinen Schlafsack holen. Der Bus steht aber immer noch gefühlt in der Nähe von New York. Das Ganze endet in einer lautstarken Diskussion, bei der nahezu sämtliche Einwohner Düsseldorfs die Gedanken Peters zu hören bekommen. Zehn Minuten später schlafen alle.

 
Kapitel 3: Vom Koma zum Auftritt

 

Nach einer äußerst komatösen Nacht in Tobis Wohnzimmer erwacht die Reisegruppe etwa zeitgleich und lässt den Abend Revue passieren. Neben einer Ukulele findet sich Goethes Faust in drei Bänden, sodass auch hier der Kulturstandard der Reise nicht zu kurz kommt. Ein leckeres Frühstück wird von Tobi zubereitet, bei dem die beiden Ersterwachten sogar Rührei zu sich nehmen können.
Eine Vorhut macht sich schon mittags auf den Weg zur Location und schaut sich dort, zur Bekämpfung des Katers unter starkem Medikamenteneinfluss stehend, die ersten Bands an. Alle Bands sind klasse! Nach einer langen Reise durch die Riesenstadt trifft auch der Rest per Bahn ein. Feststellung: In Düsseldorf haben die Schienen 90-Grad-Kurven, die die Bahnen in rasender Geschwindigkeit passieren müssen. Zahlreiche Beulen und Schürfwunden sind die logische Schlussfolge.

 

Andi hat ein perfektes Buffet vorbereitet, das augenblicklich glücklich geplündert wird. Auch das erste Bier schmeckt wieder.
Dann soll die Reisegruppe plötzlich auf die Bühne und singen. Eigentlich. Denn der Tontechniker hat vorher offensichtlich zuviele Pillen genascht und kriegt nur noch maximal ein Mikrofon aktiviert. Für das zweite benötigt er geschlagene 20 Minuten und die Unterstützung zahlreicher Unbeteiligter, ehe das Set beginnen kann. Es geht los und ist leider viel zu schnell wieder vorbei. Andi bekommt noch ein Ständchen serviert und einen Sack Kartoffeln aus der Heide. Einheimische zeigen der Gruppe noch ein einheimisches Getränk mit dem ominösen Namen „Killepitsch“, das verdächtig nach Jägermeister schmeckt. Ein paar Stunden später finden sich alle im Bus wieder ein und die Fahrt geht zurück in die Heide. Als es schon hell wird, kommt man dort wieder an.
Schön wars.

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